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Rückblick auf unser Nachfolge-Event
14 Personen, viele offene Fragen und angeregte Diskussionen: Gemeinsam mit der Mediatorin und Organisationsberaterin Eike-Susann Steinmeyer haben wir am 18. Juni zu einem Abend rund um Unternehmensnachfolge eingeladen. Mit Fingerfood, Bühneninterview und World Café. Und mit interessierten Menschen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven mitgebracht haben. Schon während des Bühneninterviews mit Stefan Harwardt, Fördermittelberater der NBank, wurden aktiv Fragen gestellt – das hat den Ton für den restlichen Abend gesetzt.
Mit dabei waren unter anderem Inhaber:innen von Ingenieurbüros und Handwerksbetrieben – und ein Gründer, der gerade einen sogenannten regionalen Acquisition Search Fund aufbaut. Darüber sucht er also nachfolgebereite Unternehmen in einer bestimmten Region und wiederum externe Investoren, mit deren Kapital die Unternehmensnachfolgen finanziert werden. Mit einer neu eingesetzten Geschäftsführung sollen die Unternehmen modernisiert und weiterentwickelt werden, wovon auch die Investoren profitieren. Eine Perspektive, die im Nachfolge-Kontext noch eher selten auftaucht – und die an diesem Abend für interessante Impulse gesorgt hat.
Was Förderung leisten kann – und was nicht
Stefan Harwardt hat im Bühneninterview einen ehrlichen Blick auf die begrenzten Möglichkeiten der NBank im Kontext Unternehmensnachfolge gegeben. Dabei wurde deutlich, auch unabhängig vom Förderkontext: das ideale Fördermittel gibt es nicht. Was es aber gibt: die Möglichkeit, verschiedene Förderprogramme sinnvoll zu kombinieren und vor allem sich dazu beraten zu lassen. Denn den Überblick darüber zu behalten, was sich individuell zusammenstellen lässt, ist alles andere als trivial.
Deshalb hat Stefan Harwardt ausdrücklich dazu eingeladen, ihn genau dafür zu nutzen: für Recherche, für individuelle Begleitung durch den Förderdschungel und auch als „Ausfüllhilfe“ bei Anträgen. Und auch gut zu wissen, als Berater bei der niedersächsischen Landesförder- und Investionsbank NBank sind seine Leistungsangebote für Unternehmerinnen und Unternehmer kostenfrei.
Preis ist nicht gleich Wert
Jochen Lauenstein von den Wirtschafts-Senioren Hannover e.V. hat spontan das World-Café-Thema zur Preisbildung übernommen und sein Fazit hat nachgehallt: Ja, man kann ein Unternehmen bewerten lassen. Aber der angemessene Preis ist Verhandlungssache – und setzt sich aus weit mehr Faktoren zusammen als aus Zahlen auf einem Gutachten. Und wenn es menschlich passt, tritt der Preis ohnehin in den Hintergrund.
Loslassen braucht seinen eigenen Weg
Eike-Susann Steinmeyer hat den Gesprächstisch zu der Frage moderiert, was es braucht, um loslassen zu können. Was dabei deutlich wurde: Es gibt sehr viele und sehr individuelle Bedürfnisse und Herangehensweisen dafür. Keinen Masterplan, dem alle folgen. Jede:r muss den eigenen Weg zum Abschied finden – und das auch dürfen und wollen. Was sich dabei wie ein roter Faden durch die Gesprächsrunden zog: der Wunsch, dass die Seele des Betriebes erhalten bleibt. Dass jemand übernimmt, der das Unternehmen nicht nur versteht, sondern sich dafür begeistert - und eine gewisse Demut vor dem Geschaffenen mitbringt.
Über Nachfolge reden – aber mit wem, wann und worüber?
An meinem Tisch haben wir über die Frage gesprochen, ob ein offenerer Umgang mit der Nachfolgesuche nicht grundsätzlich hilfreicher wäre. Die Eingangsfrage und auch der Titel unserer Veranstaltung - "Psst"! Ich suche eine Nachfolger:in" war bewusst überspitzt formuliert, denn wie sich in den Gesprächen bestätigte, wollen Inhaberinnen und Inhaber das Thema natürlich nicht grundsätzlich für sich behalten. Was ihnen aber wichtig ist: gut zu überlegen, mit wem sie wann über welche Aspekte sprechen. Eine durchdachte Kommunikation also statt Geheimniskrämerei oder unreflektiertes Offenlegen.
Einig war man sich in allen Runden: Intransparenz gegenüber der eigenen Belegschaft kann nur Unruhe erzeugen. Wer in der Nachfolge kommuniziert, sollte zumindest intern früh genug Klarheit schaffen. Und eine weitere Beobachtung aus den Gesprächen: Ob eine Nachfolge überhaupt gelingt, hängt auch von der Branche ab. Nicht jedes Modell lässt sich übertragen – egal, wie offen und gut kommuniziert wird.
Stay tuned
Was dieser Abend einmal mehr gezeigt hat: Menschen wollen sich begegnen und ins Gespräch miteinander kommen, denn Verbindung und ernsthafter Diskurs lassen sich nicht in einen Ratgeberartikel oder einen Vortrag übersetzen. Deshalb ist nach dem Event vor dem Event. Wir sind schon dabei, Folgeveranstaltungen vorzubereiten – und denken dabei auch mal etwas größer: Wäre es nicht schön, wenn rund um das Thema Unternehmensnachfolge in unserer Region so etwas wie eine echte Community entstehen würde? Menschen, die sich kennen, austauschen, gegenseitig unterstützen – weit über einen einzelnen Abend hinaus.
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