Walsroder Str. 9, 29683 Bad Fallingbostel
Ein Einstieg
In den meisten Fällen brauchen Gründerinnen und Gründer – neben einer überzeugenden Geschäftsidee – vor allem erstmal eines: Startkapital. Je nach Idee, Gewerbe und Branche muss hierfür mal mehr oder mal weniger tief in die Tasche gegriffen werden, um überhaupt an den Markt gehen zu können. Spätestens wenn der Bedarf die eigenen finanziellen Mittel übersteigt, kommt das Thema Förderung ins Spiel, also Geld von öffentlichen Trägern oder auch privaten Organisationen wie zum Beispiel Stiftungen. (In diesem Artikel soll es ausschließlich um Förderung durch die öffentliche Hand gehen.)
Unternehmer:innen – und die, die es werden wollen – können für die unterschiedlichsten Zwecke Fördergelder beantragen: zum Beispiel, wenn es im Rahmen einer Gründung um die Anschaffung einer Büroausstattung geht oder wenn bestehende Unternehmen in neue Maschinen investieren oder Forschungsprojekte umsetzen wollen. Auch Vereine, gemeinnützige Organisationen und Kommunen können Fördergeldempfänger sein.
Warum es Förderung überhaupt gibt
In Deutschland existieren zu den unterschiedlichsten Themenbereichen vielfältige Förderprogramme, die wiederum an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. So steht in den (nicht selten im üblich trockenen Amtsdeutsch formulierten) Richtlinien eines Förderprogramms, wer unter welchen Voraussetzungen berechtigt ist, sich um die entsprechenden Zuschüsse zu bewerben.
Förderprogramme sind also ein bewusst eingesetztes Instrument von Politik und Verwaltung, hinter dem immer die Fragen stehen: Welche Entwicklungen wollen wir unterstützen – und wie können wir dafür Anreize setzen? Das können zum Beispiel Vorhaben zum Klimaschutz, zur Digitalisierung oder zum Entwickeln von Innovation sein, genauso wie Projekte zur Stärkung ländlicher Räume, zur Sicherung von Arbeitsplätzen oder zur Förderung von Gründungen. Fördermittel sollen dabei helfen, Vorhaben möglich zu machen oder zu beschleunigen, die aus öffentlicher Sicht sinnvoll sind – die aber ohne Unterstützung oft nicht oder nicht in der gewünschten Form umgesetzt würden.
Wer genau sind die Geldgeber?
Öffentliche Förderprogramme werden von der Europäischen Union, vom Bund, von den Bundesländern (z. B. Niedersachsen) und, deutlich seltener, aber auch von den Kommunen vergeben. So hat zum Beispiel die Stadt Bad Fallingbostel 2015 das Starthilfe-Förderprogramm ins Leben gerufen, das dem Strukturwandel Sorge tragen und Neugründungen und Betriebsübernahmen in bestimmten Gebieten mit einem finanziellen Zuschuss unterstützen soll.
Auch gut zu wissen: Ein Programm in Niedersachsen oder in einem der anderen Bundesländer kann teilweise aus EU-Mitteln finanziert sein, gleichzeitig aber landesspezifische Ziele verfolgen. So nutzt zum Beispiel das Förderprogramm „Zukunftsräume Niedersachsen“ – in dessen Kontext auch deltastart entstanden ist – EU-Mittel, um die regionale Entwicklung vor Ort zu stärken.
Geld- und Rahmengeber ist also in solchen Fällen die EU: Über verschiedene Fonds, wie etwa über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) oder den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), stellt sie Gelder zur Verfügung, die an bestimmte Ziele gebunden sind, wie die bereits erwähnte Stärkung von Regionen oder das Unterstützen sozialer Innovationen.
In der Regel entwickelt die EU selbst keine konkreten Programme für einzelne Regionen. Stattdessen läuft es vereinfacht gesagt so: Zunächst legt die EU strategische Ziele und Budgets fest. Darauf aufbauend entwickeln die Mitgliedstaaten beziehungsweise die Bundesländer eigene Programme, die zu diesen Zielen passen und die dann in lokalen Projekten gefördert umgesetzt werden.
Förderperioden für Planungssicherheit
Viele Förderprogramme sind an Förderperioden gebunden, was vor allem mit der Logik öffentlicher Haushaltsplanung zusammenhängt. Insbesondere auf EU-Ebene werden Budgets in mehrjährigen Zeiträumen geplant – aktuell zum Beispiel für die Jahre 2021 bis 2027. Innerhalb dieser Zeit werden Schwerpunkte gesetzt, Programme entwickelt und Mittel verteilt.
Förderperioden sollen Planungssicherheit schaffen und eine strukturierte Weiterentwicklung der Programme ermöglichen. Ganz praktisch heißt das, wenn beispielsweise Gründungen gefördert werden, wird geschaut, wie viele Gründungen es gab, in welchen Branchen und welchen Effekt das auf Arbeitsplätze und innovative Entwicklungen in der entsprechenden Region. Diese Rückmeldungen fließen wieder in die nächste Förderperiode ein.
Zuschuss oder Kredit?
Sogenannte „nicht rückzahlbare Zuschüsse“ sind das, was man landläufig als „geschenktes Geld vom Staat“ bezeichnet. Ein Teil der Kosten für ein Vorhaben wird übernommen, ohne dass dieser Betrag später zurückgezahlt werden muss. Programme wie Niedersachsen Invest GRW sind ein Beispiel dafür. Allerdings gilt hier fast immer: Ein Vorhaben wird nie vollständig finanziert. Eine ergänzende Finanzierung – etwa durch Eigenkapital, Kredite oder die Co-Finanzierung durch einen anderen öffentlichen Träger – ist in der Regel notwendig.
Förderkredite funktionieren anders. Hier handelt es sich um Darlehen, die zurückgezahlt werden müssen, allerdings zu besonders günstigen Konditionen. Dazu gehören zum Beispiel niedrigere Zinsen, längere Laufzeiten oder geringere Anforderungen an Sicherheiten. Bekannte Beispiele vor allem im Kontext von Unternehmensgründung und -Nachfolge sind der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW, der Mikrokreditfonds Deutschland und - relevant für's Deltaland und den Heidekreis - der MikroStarter Niedersachsen.
Das passende Programm für’s eigene Vorhaben
Häufig melden sich Gründerinnen und Gründer mit der Frage „Welche Fördergelder gibt es denn so?“ bei uns. Doch wie in diesem Blog-Beitrag deutlich wird: eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Viel hilfreicher ist es, sich zunächst zu fragen: Habe ich mein Vorhaben eigentlich schon richtig klar? Also: Was ist mein Produkt beziehungsweise meine Dienstleistung und wessen Problem wird damit auf welche Weise gelöst? Wie ist mein Geschäftsmodell und was genau soll mein nächster Entwicklungsschritt werden? Welche Investitionen sind dafür notwendig und könnte mich öffentliche Förderung sinnvoll unterstützen? Sobald diese Fragen geklärt sind – dabei sind wir bei deltastart übrigens auch gerne behilflich! – kann die Suche nach dem passenden Förderprogramm beginnen.
Dafür verweisen wir immer gerne auf die Fördermittelsuche der NBank (Förderbank für Niedersachsen) und auf die Fördermitteldatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, aber es gibt natürlich noch viele Quellen mehr. Bevor man sich hier allerdings schwindelig sucht, empfehlen wir eher:
Kommt auf uns zu - wir sind gerne behilflich bei der Suche.